Kinder erleben nichts

so scharf und bitter

wie Ungerechtigkeit. Charles Dickens

Evangelisch Kirche in Mannheim

  • Für Gerechtigkeit und Teilhabe

    KinderVesperkirche lädt vom 28. November bis zum 11. Dezember ein

    (22.11.2016) Am Tag nach dem 1. Advent beginnt die 9. Mannheimer KinderVesperkirche. Zwei Wochen lang lenkt sie den Blick auf die Armut in der eigenen Stadt. Täglich werden von 11 bis 14.30 Uhr rund 140 Kinder aus Mannheimer Schulen erwartet. Die Aktion wird am 28. November um 10 Uhr von Dekan Hartmann mit einem Gottesdienst eröffnet.

    Sie ist ein Signal an die Politik, eine Hilfe für Betroffene und vor allem ist sie ein Netzwerk-Projekt. Schulen und Institutionen, Initiativen und viele Ehrenamtliche machen sich gemeinsam mit der evangelischen Kirche stark für diejenigen, die ihre Stimme kaum erheben können: Kinder, die in Armut aufwachsen und dadurch von vielem abgeschnitten sind, was für andere selbstverständlich ist.

    Das, sagte Dekan Hartmann, werde beispielsweise deutlich, wenn es in Grundschulen um den Fahrrad-Führerschein ginge. Was Kinder in vielen Stadtteilen gut behelmt mit Stolz erfülle, sei für Kinder in manchen Stadtteilen unerreichbar. „Aus dem einfachen Grund, dass sie kein Fahrrad haben oder ihnen niemand das Fahrradfahren beibringt.“ Damit, so Hartmann, seien sie sprichwörtlich in ihrer Bewegungsmöglichkeit eingeschränkt. „Kinder, die in Armut oder Armutsnähe aufwachsen, haben weniger Teilhabemöglichkeiten.“

    „Wir machen das aus tiefster Überzeugung“

    Die KinderVesperkirche macht sichtbar, was von vielen übersehen wird. „Wir werden nicht müde, auf dieses Thema hinzuweisen“, betont auch Matthias Binder, Vorstandsmitglied von „Adler helfen Menschen e.V.“. Die Hilfsinitiative ist von Anfang an fester Partner der Mannheimer KinderVesperkirche und hat von hier aus ihr Engagement weit in die Region ausgeweitet. „Wir machen das aus tiefster Überzeugung“, sagt Binder und benennt dabei unter anderem die beliebten Kinderfreizeiten oder auch die Fahrt zu den Paralympics, die Udo Scholz (Adler helfen Menschen) organisiert hat. Scholz  kommt immer wieder auch mit einem ADLER-Spieler in der KinderVesperkirche und nimmt sich dort Zeit für die jungen Gäste.

    Das erste eigene Buch und Ruheort „Schafweide“

    Seit der ersten KinderVesperkirche sind auch die Stadtbibliothek und das Spielmobil als feste Partner mit dabei. Ehrenamtliche lesen in der zur Lesestube umgestalteten Alten Sakristei Geschichten vor. „Wir bringen die Bibliothek zu den Kindern“, sagt Stephanie Mayer von der Bibliothekspädagogik der Stadtbücherei. Auch verschenken sie aus einem gespendeten Fundus Bücher. „Für manche Kinder ist es das erste eigene Buch“, so Mayer. Das Netzwerk Leseförderung, zu dem auch die Vorlesepaten gehören, wurde kürzlich mit dem Deutschen Lesepreis ausgezeichnet.

    Mit dem Spielangebot begeistert das Team des städtischen Spielmobils die Kinder nun ebenfalls schon zum neunten Mal. Der Altarraum wird zur Spielstätte und im großen Raum erwartet die Kinder stets eine Überraschung. Diesmal ist es ein Socken- und Barfußpfad zum Thema „Schafweide“. „Wir bieten einen Ruhepol an, einen Ort der Entspannung“, sagt Boris Flockerzi vom Spielmobil-Team.

    Im letzten Jahr nutzten 2.400 junge Menschen das tägliche Angebot, in der Jugendkirche ein leckeres Mittagessen gemeinsam mit anderen zu genießen und anschließend noch aktiv zu verweilen: Beim Basteln in der Bastelwerkstatt, beim Kerzen-Ziehen, bei den Vorlesepaten in der Alten Sakristei oder bei den Aktionen des Spielmobils.

    Die Mannheimer KinderVesperkirche macht seit 2008 auf die Armut von Kindern und Jugendlichen in Mannheim aufmerksam. Eingeladen sind Klassen aus den Grund-, Haupt- und Förderschulen. Täglich sind 50 Ehrenamtliche für sie da, darunter auch viele ältere Schülerinnen und Schüler. Die Aktion wird ermöglicht durch das große ehrenamtliche Engagement der Helfenden und durch die Unterstützung der Partner. Die Aktion der Evangelischen Kirche Mannheim gegen die Armut von Kindern wird aus Spenden finanziert.

    (Evangelische Kirche und „Adler helfen Menschen e.V.“ setzen sich bei der KinderVesperkirche gemeinsam für mehr Gerechtigkeit ein. (v.l.n.r.) Matthias Binder, Bernd Brucksch (Stadtjugendpfarrer), Udo Scholz und Ralph Hartmann (Dekan). Foto: de Vos)

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Ruth Würfel

Ruth Würfel
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